Rente und Gewerbe

Renten wegen Todes: Witwen- und Waisenrente

Zeitlich gibt es für einen Rentenempfänger keine Beschränkung in Bezug auf eine zusätzliche Tätigkeit.

Ihr Freibetrag: Der jeweilige Freibetrag, den Sie hinzu verdienen dürfen, ist mit dem aktuellen Rentenwert (28,14 € West, 25,74 € Ost, seit 01.07.2013) verknüpft. Derzeit beträgt der Freibetrag bei der Witwenrente den 26,4-fachen Rentenwert, bei der Waisenrente den 17,6-fachen Rentenwert. Das bedeutet, dass in den alten Bundesländern der Freibetrag momentan bei 742,90 € für Witwen und Witwer (Ost: 679,54 €) und bei 495,26 € für volljährige Waisen (Ost: 453,02 €) liegt. Dieser Betrag erhöht sich um das 5,6-fache des aktuellen Rentenwertes je Kind (also um 157,58 € bzw. 144,14 € je Kind. Das Kind muss aber nicht zwingend Waisenrente erhalten.)

 

Das wird Ihnen auf die Rente angerechnet: Wenn das Netto-Einkommen den Freibetrag übersteigt, werden 40 % des überschüssigen Betrags auf die Rente angerechnet. Nahezu alle Einkunftsarten werden zur Berechnung mit einbezogen. Ausgenommen davon sind die meisten steuerfreien Einnahmen (ALG II etc.) oder Einnahmen aus Altersvorsorgeverträgen, wenn diese steuerlich gefördert wurden (Riester-Rente). In bestimmten Fällen gelten Übergangs- und Vertrauensschutzregelungen, nach denen weitere Einkunftsarten nicht angerechnet werden. Erkundigen Sie sich dazu im Einzelfall bei Ihrer zuständigen Rentenversicherung.

 

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Man unterscheidet prinzipiell zwischen vier (Minderungs-)Rentenarten. Welche Rente Sie erhalten, entnehmen Sie bitte Ihrem Rentenbescheid. Der Zuverdienst wird meist individuell berechnet. Entscheidend hierfür sind zwei Faktoren. Zum einen der Beschäftigungsort (alte oder neue Bundesländer), zum Anderen der vor Eintritt der Erwerbsminderung versicherte Verdienst (umgerechnet in Entgeltpunkte, s. Anlage 19 des Rentenbescheids). Die Grenzwerte sind dynamisch, das heißt, Rentenerhöhungen führen in der Regel auch zu höheren Hinzuverdienstgrenzen. Melden Sie unbedingt jede Erwerbstätigkeit Ihrer zuständigen Rentenversicherung.

 

Diese wird Ihnen mitteilen, wie viel Sie hinzuverdienen dürfen und welche Einkünfte auf die Rente angerechnet werden. Ihre individuelle Grenze dürfen Sie in zwei Kalendermonaten pro Jahr bis zum Doppelten überschreiten. Das ist wichtig, wenn der Arbeitgeber Ihnen z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld zahlen will. Als Hinzuverdienst gelten das monatliche Brutto-Entgelt sowie der steuerrechtliche Gewinn. Die Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit können als Voll-, Dreiviertel-, Halbe- oder Einviertelrente bezogen werden. Je niedriger der Rentenanteil ist, umso mehr dürfen Sie dazuverdienen. Die Renten werden nur dann anteilig ausbezahlt, wenn die Zuverdienstgrenze überschritten wird. Man kann also nicht selbst festlegen, ob die volle oder nur die anteilige Rente bezogen wird.

 

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (auch bei Berufsunfähigkeit)

Diese Rente wird in voller oder halber Höhe ausbezahlt, je nach der Höhe des Zuverdienstes. Derzeit gelten als Zuverdienstgrenzen (bezogen auf einen „Durchschnittsverdiener“ in 2014, d. h. monatlich 2.904,75 €) bei Renten als:

 

  • Vollrente: 1.907,85 € (West); 1.745,13 € (Ost)
  • 1/2 Teilrente: 2.322,60 € (West); 2.124,51 € (Ost)
  • Sie dürfen regelmäßig nur weniger als 6 Stunden pro Tag tätig sein. Sonst wird vermutet, dass Sie nicht mehr berufsunfähig sind und Ihr Rentenanspruch könnte verloren gehen.

 

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Die Rente wird als Vollrente oder als Dreiviertel-, Halbe- oder Einviertelrente gezahlt, je nach Höhe des Zuverdienstes.

 

  • 1/4 Teilrente: 2.322,60 € (West); 2.124,51 € (Ost)
  • 1/2 Teilrente: 1.907,85 € (West); 1.745,13 € (Ost
  • 3/4 Teilrente: 1.410,15 € (West); 1.289,88 € (Ost)

Sie dürfen regelmäßig nur weniger als drei Stunden pro Tag tätig sein. Die genaue Arbeitszeitlimitierung in Ihrem Fall entnehmen Sie dem Rentenbescheid oder sie wird Ihnen von der DRV auf Anfrage mitgeteilt.

 

Rente wegen Berufsunfähigkeit

Diese Rente beziehen Sie, wenn Sie nach altem Recht (bis 31.12.2000) berentet wurden. Sie wird als volle Rente, als Zweidrittel- oder Eindrittelrente gezahlt. Auch hier gelten die Werte unten für „Durchschnittsverdiener“. Der anrechnungsfreie Zuverdienst beträgt bei Renten als

 

  • Vollrente: 1.576,05 € (West); 1.441,63 € (Ost)
  • 2/3 Teilrente: 2.101,40 € (West); 1.922,18 € (Ost)
  • 1/3 Teilrente: 2.599,10 € (West); 2.377,43 € (Ost)

Sie dürfen regelmäßig pro Tag nur weniger als sechs Stunden arbeiten.

 

Rente wegen Erwerbsunfähigkeit

Auch diese Rente bezieht man, wenn der Anspruch bereits vor dem 01.01.2001 entstanden ist. Sie dürfen pro Monat max. 450 € hinzuverdienen. Voraussetzung für den Rentenbezug ist, dass Sie weiterhin erwerbsunfähig sind!

 

Wird die Grenze von 450 € überschritten, wird die Rente nur noch in Höhe einer Rente wegen Berufsunfähigkeit geleistet (voll oder anteilig).Wenn Sie eine selbstständige / gewerbliche Tätigkeit ausüben (unabhängig von Umfang oder Gewinn / Verlust und Ihrem tatsächlichen esundheitszustand), gelten Sie nicht mehr als erwerbsunfähig! Wenden Sie sich bei allen Zweifelsfällen direkt an Ihre Rentenversicherung!

 

Altersrente

Unproblematisch und unbeschränkt ist die Gewerbeausübung bei Erreichen der sogenannten Regelaltersgrenze. Sie dürfen unbegrenzt dazuverdienen. Dieses zusätzliche Einkommen wird jedoch auf die zu besteuernde Rente aufgesetzt, so dass es zu einer entsprechenden Steuerprogression und auch zu nicht unerheblichen Steuernachzahlungen kommen kann. Bei Bezug einer Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze müssen sie beachten, ob Sie eine sog. „Vollrente“ erhalten, in diesem Fall dürfen Sie anrechnungsfrei 450 € pro Monat bundesweit hinzuverdienen. Sollten Sie eine sog. „Teilrente“ beziehen gelten folgende Zuverdienstgrenzen:

 

In den alten Bundesländern:

  • für eine 1/3 Teilrente: 2.073,75 €
  • für eine 1/2 Teilrente: 1.576,05 €
  • für eine 2/3 Teilrente: 1.078,35 €

 

In den neuen Bundesländern:

  • für eine 1/3 Teilrente: 1.896,86 €
  • für eine 1/2 Teilrente: 1.441,62 €
  • für eine 2/3 Teilrente: 986,37 €

 

Grundsätzlich dürfen Sie Ihre persönliche Hinzuverdienstgrenze nicht überschreiten, es gibt aber eine Ausnahme: Unabhängig davon, ob Sie eine Vollrente oder eine Teilrente erhalten, dürfen Sie Ihre persönliche Hinzuverdienstgrenze zweimal pro Kalenderjahr bis zum doppelten Wert überschreiten. Beispiel: Neben einer Vollrente dürfen Sie regelmäßig monatlich 450 € hinzuverdienen. Hiervon abweichend darf Ihr Hinzuverdienst in zwei Monaten also bis zu 900 Euro betragen. Davon profitieren Sie beispielsweise, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen oder Ihnen Überstunden bezahlt werden.

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